Rückblick auf unsere Fachtagung

"Herausforderung Islam in Sachsen-Anhalt?", 06. Juni 2017

Fachtagung Plenum

Am 6.Juni 2017 fand in Magdeburg unsere Fachtagung in den Räumlichkeiten des Ministeriums für Arbeit, Soziales und Integration mit über einhundert TeilnehmerInnen statt. Ziel der Veranstaltung war es, Menschen aus verschiedenen beruflichen Bereichen der sozialen und pädagogischen Arbeit zu einem gemeinsamen Austausch zu bringen, der zur Bereicherung in den eigenen Projekten dienen sollte. Es sollte außerdem gemeinsam erarbeitet werden, wo noch Bedarfe bestehen und wie man sich besser vernetzen kann, um Integrations- und Präventionsarbeit erfolgreicher zu machen. Dafür gab es neben einführenden kurzen Vorträgen und einer Podiumsdiskussion das World Café am Nachmittag, das in sieben Themenbereiche eingeteilt war und durch Gruppendiskussionen für Anregungen sorgte.

Razak MinhelDr. Ulrike BerndtDjamel Amelal

PodiumsdiskussionIn der Podiumsdiskussion erhielten die Teilnehmer die Gelegenheit, das Thema Islam in Sachsen-Anhalt aus der Sicht sehr unterschiedlicher Arbeitsbereiche kennen zu lernen. Sowohl pädagogische Perspektiven, als auch die Sichtweise von hier lebenden Muslimen sowie sicherheitspolitische Standpunkte kamen zur Sprache. Fragen der Teilnehmer wurden aufgegriffen und es entstand eine lebhafte Diskussion zwischen Podium und Publikum, die nach Meinung vieler gerne auch länger hätte dauern können.

Die GastgeberInnen der World Café-Tische, spezialisiert auf Präventions- und Integrationsarbeit,  stellten am Nachmittag ihre Projekte den TeilnehmerInnen vor.  Hier konnte man in kleinerer Runde ins Gespräch kommen, Fragen stellen und eigene Erfahrungen teilen.

FrauenwerkstattWorld Café Islamische Gemeinden

Im Abschlussplenum wurden Themen und Ergebnisse des Tages noch einmal zusammengefasst und präsentiert. Zentrale Forderungen waren unter anderem die stärkere Vernetzung der unterschiedlichen Arbeitsbereiche und die bessere Finanzierung beispielsweise der Schulsozialarbeit. Vertreter der muslimischen Gemeinden Sachsen-Anhalts wünschten sich mehr Anerkennung und Unterstützung für die von ihnen geleistete Integrationsarbeit, die immer noch fast ausschließlich aus den eigenen (geringen) Mitteln finanziert wird.


Eine weitere Botschaft unserer Tagung war, dass es keine „Checkliste“ für Radikalisierung gibt. Es muss im Einzelfall durch fachkundige Beratung und Betreuung bewertet werden, ob und wie weit sich ein Mensch religiös radikalisiert hat oder auf dem Weg dahin ist – und wie man diese Entwicklung aufhalten kann. Dabei müssen Zuständigkeiten besser geklärt sein, und auch der Austausch unter den KollegInnen im Bereich der Präventions- und Integrationsarbeit muss weiter intensiviert werden und häufiger stattfinden.
Aus diesem Grund planen wir bereits die nächste Fachtagung für das kommende Jahr, die voraussichtlich im Mai 2018 stattfinden wird.


Außerdem möchten wir noch in diesem Jahr mit kleineren regionalen Fach- und Arbeitstreffen beginnen, die häufiger stattfinden sollen und durch kürzere Anfahrtswege und geringeren Zeitaufwand mehr InteressentInnen erreichen. Wir hoffen, dass wir mit diesem Angebot den üblichen Fortbildungen eine interessante Alternative zur Seite stellen können. Mehr Informationen dazu folgen in Kürze.