Vielfalt durch Zuwanderung

Terror, Krieg – Islam?

Nachrichtenmeldungen über Terroranschläge auf europäischem Boden, wie zuletzt auf einem Berliner Weihnachtsmarkt erregen Besorgnis. Nicht nur sie, sondern auch Schreckensmeldungen über die Taten des so genannten "Islamischen Staates“ im Irak und Syrien prägen hier in Deutschland das Bild über „den Islam“ und Muslime. Dieses Bild, die Unsicherheit in der Bevölkerung und die Zunahme rechtspopulistischer Haltungen führten zu einer deutlich höheren Zahl von rechtsextremen Übergriffen in den vergangenen Monaten. Die Übergriffe richten sich gegen muslimische und nicht-muslimische Geflüchtete oder gegen die, die sie unterstützen. Dabei sind Terror und Krieg die Hauptursachen, die in den letzten Jahren zu einer verstärkten Zuwanderung von Menschen aus Syrien, Irak und anderen Ländern geführt haben.

Mehr kulturelle und religiöse Vielfalt durch Zuwanderung in Sachsen-Anhalt

Der Großteil der in Deutschland in den Jahren 2015 und 2016 gestellten Asylanträge geht von Menschen aus muslimisch geprägten Ländern aus. Die immigrierten Muslime wollen ebenso wie Christen, Juden und Andere ihre Religion ausüben. Der deutsche Staat liefert mit der grundgesetzlich verankerten Religionsfreiheit den dafür nötigen Rahmen.

Die Vielfalt und Zahl muslimischer Gemeinden ist in Sachsen-Anhalt bislang eher gering ausgeprägt. In einigen Landkreisen gründen zugewanderte Muslime neue Vereine, um ihr religiöses Leben organisieren zu können. In Landkreisen, in denen bereits islamische Kulturvereine existieren, suchen Musliminnen und Muslime händeringend nach größeren Räumen, um auch in der gewachsenen Gemeinde gemeinsam beten zu können. Musliminnen und Muslime in Sachsen-Anhalt können dabei nicht auf etablierte Strukturen aufbauen. Gebetsräume, Imame (Leiter des gemeinsamen Gebets), religiöse Bildungsangebote – all dies muss gesucht, entwickelt und unter den Gläubigen kommuniziert werden. Die Aufgabe wird dadurch erschwert, dass der Islam und Muslime in großen Teilen der Mehrheitsgesellschaft als Gefahr und Bedrohung wahrgenommen werden und den muslimischen Gemeinden mit Skepsis begegnet wird. Dabei machen gewaltbereite Islamisten nur einen verschwindend geringen Anteil der Muslime weltweit aus.

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